Page Cupido - Pajul Cupidon - Mihai Eminescu
added by: Adina Speranta

Page Cupido, der Bengel,
Ist verzogen, schlimm und schlau,
Tollt mit Kindern, aber steigt auch
Keck ins Bett der schönsten Frau.

Und das Licht ist’s, dem als Dieb er
Seine ganze Feindschaft schwor,
Leis im Finstern tastend, klettert
Nachts zum Fenster er empor;

All sein Reichtum ist ein großes
Schleifensammelsurium...
Willst du keine, gibt er gerne,
Und versagt sie, flehst du drum.

Suchst du Wahrheit nachts im Buche,
Drin ein Mottenvölkchen lebt,
Hat ein blondes Haar er heimlich
Zwischen Blättern eingeklebt.

Unreif jugendlicher Seele
Weckt er dumpfer Ahnung Drang,
Mit verführerischen Bildern
Sie umgaukelnd nächtelang.

Hat sich in dem Mädchenbusen
Kaum der leise Trieb geregt -
Ist’s der Schlimme, der zum Schlafen
Sich zum Turteltäubchen legt.

Lächelnd zeigt er seine Tücke,
Er, der schüchtern wie ein Kind;
Dessen Augen, wie der Witwe,
Immer liebesschmachtend sind.

Wo er schönen Hals und Schultern,
Weißen, runden Busen fand,
Spielt er den Galan, doch listig
Birgt die Schätze seine Hand.

Aber bittest du ihn artig,
Ist er auch grausam genug,
Jeden Schleier dir zu lüften
Mit gefällig leichtem Zug.



Translator: Christian W. Schenk

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