PSALM XXVII - Ştefan Augustin Doinaş
added by: Adina Speranta

Begannst Dich zu verdunkeln Herr,

Welches gefräßige Gespenst beißt dir den Diskus?
Und welche andre tote Sonne schiebt sich
zwischen Deinen Glanz und uns? Kaum noch einen
Gottesstreifen ahnen wir da oben.

Ganz langsam wird es Nacht in dieser Welt. Doch
wir vergehen nicht vor Schlaf. Kaum jetzt
jagen wir durch verrußtes Glas die Gnade
und fühlen unter unsren Sohlen den festen Pfad, glauben,
dass wir, ja gerade wir mit unsrem Schritt, ihn traten:
frei fliegen wir und jeder unter uns beleuchtet
mit seiner Lampe im Kopf
die Innenwüste und schneidet in Eile
seinen Teil der Wahrheit
mit der Sichel, die von Dir noch übrigblieb.

Doch was wird dieses Unvermögen wiegen,
wann wirst Du, Sonne, Deine Finsternis besiegen?



Translator: Christian W. Schenk

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