Viele Blumen gibt’s, doch wenig,
Die der Menschheit Früchte tragen,
Welk verflattern ja die meisten,
Die ans Tor des Lebens schlagen.
Mit der Liebe Qual zu heilen
Meinen Seelenschmerz, den argen,
Rief ich schlafend Indiens Kama –
Kamadeva, Gottheitsknaben.
Nun sieh, die Schwalben ziehen ab,
Vom Nussbaum sinkt das Laub herab;
Wenn Reif den Weinberg überflicht,
Was kommst du nicht? was kommst du nicht?
Zum Stern, der gerade aufgetaucht,
Der Weg ist lang und seicht,
Es viele tausend Jahre braucht
Bis uns sein Licht erreicht.
Wenn die Erinnerung zurück
Mich ruft von alten Zeiten,
Auf dem bekannten Weg ein Stück
Werd’ ich wieder mal schreiten.
An einsamen Pappeln ging ich
Doch viel zu oft vorbei;
Die Nachbarn alle kannten mich -
Nur dir war’s einerlei.
Ab heut werd’ ich dich nicht mehr sehn,
Heut, wo wir beide scheiden!
Dir aus dem Weg werd’ ich nun gehn,
Dich meiden.
Fort ist die Liebe, die uns Freund
War, hat Abschied nun genommen,
Da ist für meinen Liederbund
Das Stündlein auch gekommen.
Und wenn am Fenster Zweige wehn
Und wenn die Pappeln rauschen,
Ist’s, dass ich dich soll ewig sehn
Dich nähern, mit dir plauschen.
Schläfrig Vögelchen zu Neste
Sammeln sich, und nun die Bäume
Bergen all die kleinen Gäste -
Schöne Träume!