Blauer See in Waldestiefe
Wo die Wasserrosen ranken,
Beben Wellen aus der Weite
wird ein Boot auf ihnen schwanken.
Wie oft, Geliebte, muss ich auch immer an uns denken,
Dann lasse ich die Augen das Eismeer in mich lenken:
Auf dem entfernten Himmel ist noch kein Stern zu sehen,
Nur weit, der Mond so gelblich, hängt starr, fast unbesehen -
Die Welt kann mir nichts bieten, der längst auf alles schilt,
Dem nur noch deiner Schönheit geheimes Wunder gilt;
Was birgt es, ist mein Rätsel, es raten, all mein Dichten,
Mein Leben ward Verschwendung, Gedanken, klugen, lichten,
- Bleibe hier, ich hab’ dich gerne,
Nimmer sollst du von mir gehen!
Deinen Schmerz und deine Sehnsucht
Kann nur ich so recht verstehn;
Page Cupido, der Bengel,
Ist verzogen, schlimm und schlau,
Tollt mit Kindern, aber steigt auch
Keck ins Bett der schönsten Frau.
Nieder ließ ich die Gardinen,
Sitz’ am Tannholztisch allein,
Flackernd brennt das Ofenfeuer,
Träume spinnen still mich ein.
Ein gepriesener und edler
Kaiser ist der Wald, sein’ Gnaden
Schützt die Sippe allen Lebens,
Reich mit Schätzen überladen.
Komm, die Quelle rinnt im Walde
Zitternd überm Kieselgrund,
Zweige hängen und beschatten
Stiller Bank begrüntes Rund.
Silbern steht der Mond am Himmel,
Läßt die weißen Nebel gleiten,
Zieht sie aus den Wasserfluten,
Sucht sie übers Feld zu breiten;
Es schien mir zwischen Wolken ein Tor sich hell zu weiten
Und bleich die tote Königin der Nacht hinabzugleiten.
Oh schlaf, oh schlaf in Frieden nur, du Königin der Nächte.
Dass um den Schlaf der Himmel dir Kerzenkränze flechte,